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Nahrung der Steinzeitmenschen

Ehe der Mensch Hütten und Häuser errichten lernte, suchte er von den Unbilden der Witterung in Höhlen Schutz. Sehr anheimelnd waren diese Behausung sicherlich nicht. Aber wenn im Zugang ein Feuer brannte, waren die Höhlenbewohner vor wilden Tieren ziemlich sicher, und die Kälte konnte wenigstens notdürftig abgehalten werden.


Nach modernen Maßstäben war der Steinzeitmensch recht unordentlich. Er ließ die Knochen der von ihm verzehrten Tiere einfach in der Höhle liegen; und oft kam es vor, daß seine Werkzeuge und Waffen, die auf dem Boden verstreut waren, unter all dem Schmutz und Abfall begraben wurden. Den Altertumsforschern allerdings kommt diese Unordnung recht gelegen. Denn das meiste, was wir über die Steinzeitmenschen wissen, haben uns ihre oft zu hohen Schichten angewachsenen Abfälle in den einst von ihnen bewohnten Höhlen verraten. Man hat dort in der Asche längst erloschener Feuer Werkzeuge , Waffen, Tonwaren, Tierknochen und versteinerte Nahrungsreste gefunden, aber auch menschliche Skelette; denn die Steinzeitmenschen begruben nicht selten ihre Toten in den Höhlen, die ihre Behausung waren. Solche "Privatfriedhöfe" wurden manchmal mit primitiven Mitteln ( z. B. Muscheln) ausgeschmückt.

Wie bezeichnen dieses frühe Stadium der menschlichen Entwicklung als Steinzeit, weil der Mensch damals noch keine Metalle kannte, sondern alle ihre Geräte aus Stein fertigten. Das primitivste Steinwerkzeug ist der Faustkeil. Aber auch Schaber, Messer, Pfeil- und Speerspitzen, ja Sägen und Äxte wurden aus Stein hergestellt. Außerdem wurden die Knochen, Hörner und Stoßzähne von Tieren zu Werkzeug verarbeitet.

Wie schon erwähnt, hat man in Höhlen Zahllose Tierknochen und versteinerte Nahrungsüberreste gefunden, die über die Ernährung der Steinzeitmenschen Aufschluß geben. Wie sie ihre Nahrung fanden und zubereiteten, berichten die folgenden Seiten.

Nahrung aus dem Wald.
Die ersten Menschen waren Vegetarier, das heißt, sie ernährten sich von Pflanzen, die sie in der Nähe ihrer Höhlen fanden. Nicht nur die Früchte der Pflanzen verzehrten sie, sondern auch Blätter, Wurzeln und junge Schößlinge. Wer zur Nahrungssuche in den Wald ging, trug vermutlich einen Korb oder einen Behälter aus Tierhaut mit sich.

Ein ernstes Problem, dem sich der Steinzeitmensch gegenübersah, war der Wassertransport. Ehe er dafür geeignete Behälter entdeckt hatte, mußte er jedesmal, wenn er Durst hatte, seine Höhle verlassen und eine quelle oder einen Bach in der Nähe aufsuchen.
Lange Zeit standen ihm als Wasserbehälter nur die eigenen Hände zur Verfügung. Später benutze er Schädel und Hörner von Tieren sowie große Muschelschalen.
Dann kam jemand auf den Gedanken, Körbe mit Harz oder Lehm abzudichten. Später ging man dazu über, Gefäße aus Ton zu formen und zu brennen.

Eines Tages beobachtete ein Steinzeitmensch, wie Ziegen begierig an einem Felsen leckten, der von weißen, schimmernden Kristallen bedeckt war. Er probiert , was den Tieren so gut schmeckte - und entdeckte das Salz. Bald kam man darauf, daß Salz, in kleinen Mengen auf die Nahrung gestreut, deren Geschmack verbessert.

In hohlen Baumstämmen fanden sich oft honiggefüllte Waben; aber es war schwierig, an sie heranzukommen. Um den Honig zu erbeuten, füllte man einen Behälter mit Glut, stellte ihn unter den betreffenden Baum und legte feuchtes Laub darauf, so daß sich beißender Rauch entwickelte, der die Bienen vertrieb. Rasch wurden die Waben herausgerissen und weggebracht, ehe die Bienen zurückkehrten.

Kühne Jäger.
Das Sammeln von pflanzlicher Nahrung war verhältnismäßig einfach. Schwieriger und gefährlicher war die Beschaffung von Fleisch. Der Steinzeitjäger verstand es sehr geschickt, vielfältigen Waffen zu fertigen sowie Schlingen zu legen und Fallen aufzustellen. Wenn große gefährliche Tiere gejagt wurden, schlossen sich die Steinzeitjäger zu Gruppen zusammen. Um sich möglichst unbemerkt an die Beute anschleichen zu können, rieben sie den Körper mit Lehm ein, damit sie sich von dem Boden, auf dem sie sich bewegten, nicht abhoben - eine einfache Form der Tarnung.

Viele tausend Jahre vergingen, ehe der Mensch eine Waffe erfand, die es ihm ermöglichte, Tiere aus der Ferne zu erlegen. Diesem Zweck dienten zunächst die Wurfspeere mit Spitzen aus Stein oder Knochen. Noch weiter jedoch reichte der von der Sehne eines Bogens abgeschnellte Pfeil. Die Bogen wurden aus elastischen Holz gefertigt, die Pfeile aus Rohr, die Sehnen waren Tiersehnen.

Fischfang.
Fische waren beim Steinzeitmenschen sehr beliebt. Er verstand es geschickt, sie mit bloßen Händen im Wasser zu fangen. Natürlich bediente er sich auch verschiedener Hilfsmittel. Größere Fische wurden mit Harpunen aus Bein erlegt. Die Abbildung zeigt eine Methode steinzeitlichen Fischfangs.

Der Fischfang

Zubereitung der Nahrung.
Da die ersten Gefäße der Steinzeitmenschen nicht hitzebeständig waren, konnte man sie zum Kochen nicht aufs Feuer stellen. Statt dessen erhitzte man Steine und warf sie in die Flüssigkeit, die dadurch ins Kochen geriet, ohne das der Behälter Schaden litt.

Im Lauf der Zeit lernte man, aus zerstampften Nüssen, Körnern, Grünpflanzen, Wurzeln und Fleischstücken Suppen zuzubereiten. Ehe die Hausfrau der Steinzeit Fleisch brieten, bearbeiteten sie es mit Hämmern, damit es weich wurde; dann würzten sie es mit Salz und Kräutern und legten das Fleisch auf glühende Steine. Oft wurden auch ganze Tiere am Spieß über dem Feuer gebraten. Zum zerkleinern hatte man Messer aus Stein; gegessen wurde selbstverständlich mit den Fingern. Als Teller dienten den Steinzeitmenschen große, kräftige Blätter.

In der Höhle

Quelle: Wissen, Die große Bildungszeitschrift für die ganze Familie, 1969, von rado jadu 2000

 



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