- Zurück zu den Geschichten -

Das Eichhörnchen

"Poch, poch", es klopft ans Fenster, dann krazt es an der Scheibe. Wer kann das sein? Verschlafen steige ich aus meinem Bett. Wir sind in einem Ferienhaus in Dänemark, und erst gestern Abend angekommen. Als ich aus dem Fenster schaue ist da nichts mehr. Schulterzuckend gehe ich in die Küche und schnappe mir eine Tüte Haselnüsse aus unserem Vorrat, die esse ich nämlich sehr gerne.
Es ist noch ziemlich früh und noch keiner wach, deshalb dauert es sicher noch eine Weile bis zum Frühstück. Da kratzt es schon wieder am Terrassenfenster ich laufe hin und öffne die Terrassentür. Ich höre noch im Gebüsch etwas rascheln. Nüsse knabbernd schleiche ich auf das Gebüsch zu, dabei fallen mir ein Paar Nusskerne auf die Erde. Plözlich schießt etwas rot-braun-schwarzes aus dem Gebüsch und schnappt sich die Nusskerne. Da erst erkenne ich, daß es ein kleines Eichhörnchen ist. Ich kniee mich hin, um ihm noch ein Paar Nüsse zu geben, aber es rennt auf den Rasen und schnüffelt eine Weile am Gras. Dann fängt es mit den Vorderpfötchen an zu graben, legt die Nüsse, die es in den Backentaschen getragen hat, in des Loch und scharrt es wieder zu.
Es sieht wirklich putzig aus. Da kommt es schon wieder zu mir auf die Terrasse gelaufen, nimmt die nächsten Nüsse, die ich ihm hinwerfe erst in seine Pfötchen, riecht daran und steckt es in die linke Backentasche. Schon rennt es wieder weg. Weil ich friere gehe ich schnell wieder zurück in unseren Bungalow und mache die Tür hinter mir fest zu. Dann setze ich mich ans Fenster und schaue hinaus, um zu sehen, was das Eichhörnchen nun wohl macht. Da kommt es wieder angeflitzt und kratzt mit seinen kleinen Krallen am Fenster, das bis auf den Boden reicht. Das war es also vorhin, was da so pochte und kratzte. Ich gehe wieder hinaus und verfüttere meine letzten Nüsse. Wir müssen dann im Laden neue kaufen gehen.
Das ging die ganze Woche so weiter. Das Eichhörnchen und ich sind gute Freunde geworden. Wie Ihr sehen könnt klettert es sogar auf mir herum, um an seine Nüsse zu kommen. Leider mußten wir nach einer Woche wieder abfahren. Das war mein schönstes Ferienerlebnis.

 

(Susanne, 11 Jahre - © JADU-Berlin)

 

Fabeln für Kinder von Wilhelm Hey

Knabe und Eichhorn

Knabe. Eichhörnchen auf dem Baum!
  Bist so hoch', seh' dich kaum,
  Komm doch und spiel mit mir!
Eichhorn. Gar zu schön ist es hier;
  Will doch lieber noch steigen
  Auf und ab in den Zweigen.
   
  Knabe, der lief wohl fort,
  Eichhörnchen hüpfte dort;
  Knabe, der kam wohl wieder:
  "Höre, nun steig hernieder!"
  Eichhörnchen sprach: "Es tut mir leid,
  Habe noch immer keine Zeit."
   
  Quelle: Das große Fabelbuch von Walter Heichen, A Weichert, Jadu 2000.

 

- Zurück zu den Geschichten -




© Copyright 2000 by JADU

 

Webmaster