Fabeln für Kinder von Wilhelm Hey
Kuchen und Brot
| Kuchen | Komm, liebes Kind, ich bin der Kuchen, |
| Ich schmecke gar gut; mich mußt du versuchen. | |
| Das schwarze dort, das ist nur Brot, | |
| Das ißt man kaum in großer Not. | |
| Brot | Geh, nimm ihn nur; ich bin ohne Sorgen; |
| Du kommst wohl zu mir noch heut' oder morgen. | |
| Das Kind war lange herumgelaufen; | |
| Es hatte kein Geld, sich Kuchen zu kaufen; | |
| Vor Hunger litt es große Not: | |
| Da kam es nach Haus, nahm schnell das Brot. | |
| Ei, wie schmeckt einem das so gut, | |
| Wenn man erst weiß, wie der Hunger tut. |
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