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Hannibal ist ein Wurm.
Aber kein normaler Wurm! Nein! Hannibal de Elefantowurme so heißt
er mit vollem Namen, stammt aus der Familie der Königswürmer
und ist ein Adliger. Hannibal kommt vom Planet Rikapasien. Genauer gesagt
aus Frakan. Rikapasien und unsere Erde könnten fast Zwillinge sein.
Aber nur fast! Die Erde ist eine Kugel und der Planet ist flach wie
eine Pizza.
Aber: könnt
ihr euch eine Pizza ohne Schinken, Salami, Tomaten oder Pilze vorstellen?
Nein! Genau! Rikapasien ist "belegt" mit Wüsten, Seen,
Meeren, Ländern, Wäldern, Städten und Bergen. Der größte
Berg heißt Riesenberg. Kleinberg ist am kleinsten und der Mittelberg
heißt so, weil er größer als Kleinberg aber kleiner
als der Riesenberg ist. Der Riesenberg steht genau in der Mitte von
Rikapasien. Man könnte ihn von allen Seiten besteigen, wenn es
nicht noch "das dunkle Reich" gäbe!
Wenn man
eine Pizza in vier Stücke schneidet und eines davon isst, sieht
man den Teller darunter. Auf Rikapasien ist da wo der Teller zu sehen
wäre, "das dunkle Reich". Es ist durch eine sehr hohe
und dicke Mauer vom restlichen Planeten getrennt. Hinter dieser Mauer
gibt es auch Wälder! Allerdings sind sie so dunkel das die Kinder
vor lauter Angst nicht darin spielen. Auch die Tiere darin sind nicht
Kinderlieb! Die Meere und Seen sind dunkelblau, fast schwarz und tief.
Die Blubbers, so heißen dort die Fische, haben große Zähne
die aussehen wie kleine Messer. Es scheint auch nie richtig die Sonne
da. Jeder dort lebend Rikapasier, man nennt sie auch "die dunklen"
wirkt immer traurig! Sie sehen aus als wüssten sie gar nicht wie
man lacht.
Hannibal
hat großes Glück gehabt. Frakan liegt auf der anderen Seite
der Mauer. Dort ist es schön bunt und hell und lustig! Es leben
aber nicht nur Königswürmer, Blubbers und "die dunklen"
auf Rikapasien. Nein, es gibt auch Rikapasier auf der schönen Seite!
Sie lächeln fast immer, sind nett zueinander und freundlich! Auch
die Tiere in den Wäldern oder in den Seen und Meeren sind stets
zum Spielen aufgelegt.
Die ersten Rikapasier die ich euch vorstellen möchte sind Barbara
und Carsta Heimel. Achso ja! Eines muss noch gesagt sein! So wie es
bei uns hier auf der Erde verschiedene Länder und Sprachen gibt
ist es auch auf Rikapasien. Ich schreibe aber alles so, das es jeder
versteht!
Barbara ist
7 Jahre alt. Sie geht in die erste Klasse der Lernwas-Schule in Regenheim.
Das liegt im Vereinigten Staat Gewitterland. Sie trägt gerne Röcke
und liebt Teddys über alles. Sie hat schwarze Haare die sie rechts
und links vom Kopf zu Zöpfen zusammenbindet. Die wackeln beim Springen
und Toben ganz lustig hin und her. In der Schule gibt es Buben die sie
gerne daran ziehen. Barbara ist kleiner und dünner als ihre Schulkameradinnen
aber wieselflink! Ihre braunen Augen blitzen richtig wütend, wenn
sie mal wieder von Tobias oder Hansjörg, ihren Nebensitzern, geärgert
wurde.
Natürlich
hilft ihr auch ihre Schwester Carsta. Die ist 9 Jahre alt. Sie geht
schon in die dritte Klasse der gleichen Schule. Carsta mag keine Röcke
und keine Teddys mehr. Sie gibt sich mit solchem "Bläkerkram"
nicht mehr ab. Bis 10 gilt man als Bläker. Von 11 - 15 heißt
man Firez und danach Tela was erwachsen heißt. Carsta trägt
Jeans und Pulli oder T-Shirt, weil sie ja bald erwachsen ist, wie sie
überall gern und immer wieder erzählt. Barbara zieht sie dann
mit den Worten auf: "Noch bist du nicht mal ein Firez, also warte
erst mal ab!" Meistens streiten sich die beiden dann recht heftig
und laut. Mutsch und Daddy erklären ihnen jedoch "das Streiten
nicht schön ist" und sie es lassen sollen. Mutsch und Daddy
sind die Eltern der beiden Mädchen.
Wenn man
es nicht wüsste würde man die zwei nicht für Schwestern
halten. Carsta hat nämlich blonde Haare und blaue Augen. Sie trägt
ihre Haare stupfelig kurz wie ein Igel. Sie wollte diese Frisur unbedingt
und hat hart dafür gearbeitet. Es gibt auf Rikapasien nämlich
ganz tolle Gesetze für Kinder! Wenn sich ein Kind unbedingt etwas
wünscht und eine bestimmte Zeit lang ( zwischen 2 und 6 Wochen)
brav ist und auch mal im Haushalt mithilft oder den Müll runterbringt
dürfen die Eltern nicht mehr Nein sagen! Toll was!
Carsta musste
2 Wochen lang spülen, kehren und den Müll rausbringen. Dann
war es soweit! Vor Freude waren ihre Augen strahlend klar wie ein Badesee.
Wenn sie sich aber ärgert sind sie dunkel wie eine Gewitterwolke.
In ihrer Schule ist sie auch bekannt für Raufereien. Sie hilft
ihrer Schwester, wenn die mal wieder geärgert wird. Kurz und gut
sie hätte auch ein Junge werden können! Das behaupten auf
jeden Fall ihre Eltern Dieter und Rita. Rita genannt Mutsch ist Hausfrau
und kocht jeden Tag, außer am letzten Tag der Woche, die Lieblingsspeisen
der beiden Mädchen. Noch so ein Rikapasisches Gesetz. Nur einmal
in der Woche wird gegessen was die Eltern wollen, den Rest entscheiden
die Kinder! Allerdings essen Rikapasische Kinder auch Spinat und solche
Sachen. Sie kennen fast nur Lieblingsgerichte.
Mutsch ist
eine schlanke junge Frau mit braunen Haaren. Sie hat immer ein Lächeln
im Gesicht. Natürlich nur solang man sie nicht ärgert. Aber
auf Rikapasien muss viel passieren bis sich die Leute mal ärgern.
Sie hat auch sehr schöne Hände. Mit denen kann sie ganz lieb
streicheln, wenn man hingefallen ist und sich das Knie blutig geschlagen
hat. Allerdings hat sie auch sehr gute Ohren! Manchmal viel zu gut!
Zum Beispiel, wenn die Mädchen abends im Bett liegen und noch reden
und lachen, aber eigentlich schon schlafen sollten. Das hört sie
immer und schickt die zwei dann zum Schlafen.
Kurz und
gut: "Mutsch ist das liebste auf ganz Rikapasien was es gibt!",
behaupten Carsta und Barbara. Daddy: "Der beste Daddy vom ganzen
Planeten!", das hört man übrigens überall auf Rikapasien
von allen dort lebenden Kindern. Natürlich meinen die damit ihre
eigenen Eltern. Was "die dunklen" Kinder von ihren Eltern
sagen weiß niemand, weil es auch niemand jemals gehört hat.
Jetzt zu
Daddy. Er ist 20 cm größer als Mutsch. Er hat schwarze Stupfelhaare
wie Carsta und dunkelblaue Augen. Um seine Augen und den Mund bilden
sich immer kleine Lachfältchen, so als würde ihm jemand das
Gesicht zerknittern. Seine Hände sind so groß wie Bratpfannen.
Sein Opa war mal früher Koch, vielleicht hat der ihm das vererbt.
Aber niemand weiß es, weil der Opa eines Tages einfach verschwunden
war. Man hatte ihn lang auf dem ganzen Planeten gesucht, vergebens!
Allerdings nur den Teil vor der Mauer! Nicht "das dunkle Reich"
dahinter.
Man hatte
im Vereinigten Staat Gewitterland begonnen, die Republik Sonnenwarm
fast umgegraben. Das Hochland Bergjodel wurde bestiegen und im Laustaat
jeder Stein umgedreht. Nur über diem Mauer stieg keiner.
Der Suchtrupp
war einstimmig der Meinung das man dort nicht zu suchen bräuchte.
Niemand, solange man denken konnte, war über die Mauer herübergeklettert
und freiwillig würde auch keiner hinübersteigen. Warum das
so ist weiß heute niemand mehr, aber es ist so! Der Suchtrupp
wurde von Oma Rosalia losgeschickt! Sie hatte eines Tages festgestellt
das dass Herdhaus nicht mehr qualmte!
Das Herdhaus sieht wie ein großer viereckiger Kürbis aus
in den jemand einen
Mund und
Augen reingeschnitzt hat. Morgens füttert man das Haus mit Holz
und zündet es an. Das Haus schließt den Mund und kaut. Irgendwann,
wenn es laut rülpst ist das ganze Haus warm genug. Dann müssen
alle 20 Köche, die jeden Tag hier arbeiten, anfangen alles Essen
durch den Mund hineinzuschieben. Wenn alle Töpfe, Pfannen und Schüsseln
drin sind schließt das Herdhaus die Augen und lächelt glücklich.
Es kann nämlich alle Speisen riechen und schmecken die in ihm gekocht,
gebraten oder gebacken werden. Bei Apfelkuchen, Schnitzel und Krapfen
sieht es am glücklichsten aus.
Quelle: von Angel
Jean de Roosen
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