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Prinz Heinrich in Kiautschau

Reisen zu Wasser und zu Lande des Prinz-Admiral in Indien, China, Japan (1898-1900)

Zehnter Abschnitt

In Kiautschau. Die "Deutschland" in Sicht. Die erste Mahlzeit in Kiautschau. Auf Vorposten in Liuting.

Kapitän Truppel, der Befehlshaber der Besatzungstruppen von Kiautschau, kam von seinem Ritt nach dem Chinesendorf Tsingtau zurück und begab sich nach dem Artillerielager, um dort noch rasch einige dienstliche Obliegenheiten zu ordnen.
Noch brauste der Sturm, der zwei Tage hindurch seine Herrschaft behauptet hatte, mit großer Heftigkeit vom Meer übers Land, aber seine Gewalt war seit heute früh gebrochen und es stand zu erwarten, daß gegen Abend vollständige Windstille eintreten würde.
Bei den Wällen angekommen, hielt er sein Pferd, das so tapfer gegen den Sturm gekämpft hatte, an und warf einen Blick über die hochgehende See, die immer noch ihre Wellenberge in die bucht hineinschleuderte. Aber dort drüben über dem Kap Foclyn lichtete sich bereits der regentrübe Himmel. Gelbe, helle streifen zogen sich hinein in das Grau der Regenwolken.

Aus den Baracken hinter den Wällen kam eilig ein Offizier hervor; er überreichte seinem Hauptmann eine soeben eingelaufene Depesche. Das Telegramm kam aus Hongkong und enthielt die Anfrage, ab die "Deutschland" und die "Gefion" noch immer nicht in Kiautschau eingetroffen seien?
Kapitän Truppel ging erregt auf und ab.
"Die "Deutschland" ist überfällig," rief er aus, "die beiden Kreuzer kamen in den Sturm!"
Und wieder warf er einen sorgenvollen Blick aufs Meer hinaus, stieg dann aus dem Sattel und übergab sein Pferd einem Kuli, der mit einem Dutzend anderer an den Wällen arbeitete.
"Was befürchten der Herr Kapitän?" fragte der Offizier und ahnte nur zu sehr die Sorgen des Kommandanten.
"Nichts," gab dieser unzugänglich zurück. "Gott verläßt den Deutschen auch auf hoher See im Sturme nicht! — Die Depesche werde ich nicht sofort beantworten.."

Das Telegramm in der Hand, wandte er sich den Baracken zu, blieb aber wieder stehen und fuhr fort:
"Vielleicht haben wir in einer Stunde irgend welche Nachricht von da draußen," — er deutete bei diesen Worten nach der See. "Sorgen Sie vorläufig für einen tüchtigen Läufer, den ich nachher ins Land hinein schicken kann."
Gerade jetzt kamen einige Chinesen mit ihren blauen Kitteln und langen Zöpfen über den durchweichten Boden von der Bucht herüber. Schon in einiger Entfernung ließen sie ihre Zischlaute hören, ein Beweis dafür, daß die gelben Neudeutschen eine wichtige Nachricht mitzuteilen hatten.
Aber ehe die Leute heran kamen, hörte man von weit draußen über'm Meer das dumpfe Rollen eines Kanonenschusses.
Dieser Schuß alarmierte die ganzen Besatzungstruppen. Aus den Baracken und alten Lehmwerken der verlassenen chinesischen Festungswerke stürmten die Mannschaften herbei. Schon seit zwei Tagen erwartete man mit Sehnsucht die "Deutschland" , und nicht nur Kapitän Truppel war voll Sorgen, als der furchtbare Sturm sich erhoben hatte und die See aufwühlte.

Auch auf den Geschwaderschiffen in der Bucht wurde es lebendig. Von dort donnerten alsbald Salutschüsse über das Wasser. Kapitän Truppel eilte in die Baracken und holte sein Fernglas. Dann begab er sich durch den aufgeweichten Boden nach dem Strand hinunter. Alle Mannschaften und Offiziere schlossen sich ihm an. Der helle Jubel sprach aus den Augen der deutschen Männer, denn keiner von ihnen zweifelte mehr, daß endlich die "Deutschland" in Sicht sei.
Linksseitig vom Eingang in die Bucht, auf einem vorspringendem Felsen, setzten sie sich erwartungsvoll fest und blickten hinaus auf das Meer. Der Wind legte sich immer mehr und mehr, bereits begann die See sich zu glätten. Es verging eine Stunde in freudiger Erwartung. Da endlich zerriß der graue Schleier, der die Aussicht bisher verhüllt hatte, die Sonne schickte ihre ersten Strahlen hernieder, und klar und deutlich konnte man in einiger Entfernung ein stattliches Kriegsschiff sehen, — die "Deutschland".
Ein dreifach donnerndes Hurrah sandten die Mannschaften herüber; das ernste Gesicht des Kapitän Truppel klärte sich auf und färbte sich dunkelrot vor Freude.

Ja, die "Deutschland" war in Sicht! — Bald erblickte man auch die "Gefion" , und nun wollte der Jubel kein Ende nehmen. Der Kapitän schrieb stehenden Fußes ein Telegramm, um die Ankunft der beiden Kriegsschiffen nach Hongkong zu melden.
Aber auch oben auf den Wällen war die "Deutschland" bereits gesehen worden, und auch von dort donnerten ihr jetzt die Geschütze den Salut entgegen. Der Kreuzer lag bald still vor der Brandung; deutlich konnte man beobachten, wie die Boote, mit Mannschaften besetzt, herunter gelassen wurden, wie die kräftigen Blaujacken die Riemen einlegten und mit Hurrah über die Brandung setzten.
Näher und näher kam das Fahrzeug, ihm folgte ein zweites, ein drittes Boot, während die Dampfpinasse bei dem noch immer hohen Seegang wieder kehrt machen mußte.
Kapitän Truppel ging mit seinen Getreuen auf den Strand zur Landungsbrücke, die sich weit ins Meer erstreckte, hinunter. Noch ein paar Minuten, und das erste Boot schoß, von einer mächtigen gelben Woge getragen, ans Land.

Mit Jubel wurden die deutschen Brüder empfangen, man herzte und küßte sich. Das war ein Wiedersehen, wie es nicht herzlicher und inniger gedacht werden kann. Und dann entstand ein Fragen und Antworten, das kein Ende nehmen wollte.
Die "Deutschland" hatte einen furchtbaren Sturm zu bestehen gehabt, und es gab da Augenblicke, in denen die Besatzung fast verzweifeln wollte, aber Gott verläßt den Deutschen nicht, weder zu Wasser noch zu Lande; das Schiff hielt sich brav und überwand Sturm und Wetter.
Das erste Boot landete etwa dreißig Marinesoldaten, und unter diesen befand sich auch der Kadett von Borlitz. Mit einem gewaltigen Satz sprang er an Land und begrüßte den ihm bekannten Kapitän Truppel, wie ein Sohn den Vater.
"Sie sind mein Gast, Borlitz," sagte der Kapitän, "Sie kommen mit mir."
Er ließ die Hand des jungen Mannes nicht los, während seine Blicke über die Bucht schweiften. Die Landung ging im allgemeinen rasch und glatt von statten. Boot auf Boot kam herüber und kehrte wieder zur "Deutschland" zurück, um neue Mannschaften einzunehmen und an Land zu bringen, und als die See etwas ruhiger wurde, konnte auch die Dampfpinasse an der Mole anlegen.

Inzwischen hatte Borlitz die Bekanntschaft eines jungen Offiziers gemacht, der gern von ihm erfahren hätte, wie es an Bord der "Deutschland" zuging, als sie mit dem furchtbaren Orkan rang.
"Nehmen Sie Borlitz mit sich," rief Kapitän Truppel dem Leutnant Cramer zu, "mich hält hier der Dienst fest, ich werde wohl noch an Bord der "Gefion" gehen müssen."
Borlitz verabschiedete sich vom Kapitän, dessen Gönnerschaft er sich schon in Kiel vor ein paar Jahren erworben und ging mit Cramer nach den chinesischen Festungswerken hinauf.
"Nun, Borlitz," plauderte Cramer, als sie sich auf den Weg gemacht, "wie war es denn dort draußen an Bord, als der harte Sturm einsetzte?"
"Daran denke ich zeitlebens zurück," entgegnete der Kadett, "die besten Matrosen verzagten fast zuletzt. Unsere "Deutschland" wurde furchtbar geworfen, die Schiffsschraube arbeitete immer in der Luft. Eine See nach der andern ging über Deck, man wußte sich schon kaum vor dem vielen Wasser zu retten. Wir hatten großartiges Wetter bis Hongkong, dann aber hat uns Neptun gehörig ausbezahlt. Wenn uns Prinz Heinrich nicht verlassen, hätten wir Kaiserwetter bis hierher behalten. Wir waren alle trostlos, als der Prinz-Admiral sich in Hongkong von uns trennte."
"Ein wahres Glück, daß Seine Königliche Hoheit nicht an Bord war," gab Cramer zurück.
"Dann wäre auch das schlechte Wetter nicht gekommen," stritt Borlitz, "was mich betrifft, so habe ich einen großen Schaden zu tragen, denn mir ist mein photographischer Apparat, den mir der Prinz-Admiral geschenkt, kaputt gegangen. Zuerst wurde mir der Apparat in der Kabine umhergeworfen, dann rettete ich ihn auf Deck, nachdem er schon zerbrochen war, und hier nahm ihm mir eine Sturzsee weg und spülte ihn über Bord."

"Na, der Schaden wird sich wieder ersetzen lassen," tröstete Cramer.
"Ein solches Geschenk? — Das ist unmöglich! — Es gibt noch genug Apparate in der Welt zu kaufen, aber ein solcher, den mir Prinz Heinrich selbst verehrt, ist nicht mehr darunter."
Sie waren inzwischen an das alte Chinesenfort gekommen. Durch die Schießluken blickten Soldatenmützen. Borlitz blieb stehen und staunte die chinesischen Festungswerke an. Die Sache machte einen so komischen Eindruck auf ihn, daß er zuletzt zu lachen begann.
"Die Chinesen taten gut daran, daß sie Fersengeld gaben, als die Deutschen mit gefälltem Bayonett heranrückten. Hinter Lehmhaufen konnten sie sich ja doch nicht halten."
"Oho, Borlitz," erwiderte Cramer, "verachten Sie gelben Lehm nicht, die Mauern sind kugelfest. Dieser Lehm ist so hart, daß ein Fünfpfünder daran zersplittert. Aus diesem Material werden wir indessen etwas Besseres machen, wie die Schlitzaugen. Die Hauptsache ist, daß sie davonliefen, als wir kamen. Jetzt besinnen sich aber die Zopfmänner, sammeln eine große Armee an der Grenze unsrer Provinz und wenn nicht bald die heiß erwartete Verstärkung eingetroffen wäre, dann wüßte ich nicht, was es hier für ein Ende genommen hätte."
"Da haben wir also einen lustigen Krieg in Aussicht?" fragte Borlitz.
"Allerdings! — Schon morgen müssen wir mit einer respektablen Macht an die Grenze rücken und uns zeigen, sonst werden wir eines Tages überflutet und mit der deutschen Herrlichkeit in China ist es zu Ende!"

Nun gingen die beiden ins Fort. Der niedrige Eingang war mit bunten Papierkränzen geschmückt, die die Mannschaften zur Begrüßung hier angebracht hatten.
Auf einem halbdunkelen, mit Lehm gepflasterten Gang hörte man helle Soldatenstimmen. Da und dort kamen die zwei an einigen uralten Kanonen vorüber, die ihre Mündungen noch durch die Schießscharten steckten.
"Das sind Chinesenkanonen," belehrte Cramer den jungen Freund, "die Chinesen haben sie hier zurückgelassen. Ich glaube, seit einer Ewigkeit haben diese Kanonen kein Pulver mehr gesehen."
"Wie abscheulich es hier riecht!"
"Das ist noch gar nichts," entgegnete der Offizier, "als wir hier herein kamen und das Fort besetzten, war der Gestank nicht zu ertragen. Über hundert Kulis haben acht Tage gesäubert, bis man hier wenigstens existieren konnte. Unsre Leute arbeiten heute noch daran und doch will der viele Chinesenschmutz, der sich seit undenklichen Zeiten aufgehäuft, nicht weichen."
Sie traten endlich aus dem maulwurfsartigen Gang heraus und kamen in einen freien Hof. Ringsum befanden sich langgestreckte Lehmhütten.

"Das sind wohl Stallungen?" forschte Borlitz.
"Hier lagen Chinesensoldaten und diese Quartiere haben wir für uns eingerichtet. Die mit Papier verklebten Löcher in der Mauer haben wir uns selbst gemacht, denn der Chinesensoldat braucht weder Luft noch Licht. Als wir einrückten, waren diese Räume die reinsten Kloaken. Jetzt geht es ja, und bis wir uns unsre Kasernenbauten aufgeführt, werden wir es hier schon aushalten müssen.
Cramer deutete auf ein Fensterloch, daß etwas wie eine Gardine besaß.
"Das ist mein Quartier," erklärte er, "kommen Sie, Borlitz, Sie werden bei mir wohnen. Mein Bursche hat ein Huhn im Topf und frische Eier haben wir auch, die sind hier billig; das Ei kostet ungefähr zehn Pfennig, ein Huhn vierzig."

Sie traten durch ein großes Loch, das als Eingangstür diente, in den Quartierraum des Offiziers. Das Stübchen war gar nicht so übel. Auf dem mit Lehm gepflasterten Boden lag ein alter Soldatenmantel als Teppich, an der mit einer Lehmkruste bedeckten Wand hingen die Bilder des Kaisers und des Prinzen Heinrich; beide waren aus einer deutschen Zeitung geschnitten und auf Pappe aufgezogen.
Im Hintergrund befand sich eine Stellage, die als Schlafstätte diente. Über dem reinlich Bett hingen ein paar Waffen als Schmuck. Auch Bücher und Zeitungen besaß der Offizier und diese waren auf einem Eckbrett aufgebaut.
"Kann Ihnen leider keinen Stuhl anbieten," entschuldigte sich Cramer, "denn so weit haben wir es bis jetzt noch nicht gebracht. Auch ein Tisch ist nicht zu haben und wenn wir essen, dann setzen wir uns auf den Mantel, schlagen die Beine übereinander und greifen mit den Händen zu, denn mit Messer und Gabel sieht es auch windig aus."

Holzrauch machte sich jetzt bemerkbar, der aus einem in die Mauer gebrochenen Loch kam. Borlitz blickte hindurch und sah einen Soldaten vor einem chinesischen Kochtopf sitzen, der auf einem Holzfeuer stand.
"Das Huhn ist fein, Herr Leutnant," meldete jetzt der Bursche, und brachte sofort den Topf mit dem gekochten Huhn aus dem Nebenraum heraus, setzte ihn auf den alten Mantel an die Erde und legte sein Taschenmesser als Eßbesteck dazu.
"Nun essen wir chinesisch," lachte Cramer und setzte sich mit untergeschlagenen Beinen vor dem dampfenden Topf nieder. Natürlich folgte Borlitz, dem die Sache vielen Spaß machte, diesem Beispiel und holte sein Taschenmesser hervor, trotzdem er nicht recht wußte, wie man einem Taschenmesser einem gekochten Huhn zu Leibe geht.
Der Bursche brachte noch ein im Fort gebackenes Stück Brot herbei und die Mahlzeit begann. Cramer war ein tüchtiger Wirt. Er fischte das Huhn aus dem Topf, teilte es in zwei Hälften und gab Borlitz die eine Hälfte in die Hand.

"Mahlzeit," sagte er feierlich und begann zu essen. Das Huhn schmeckte in der Tat nicht schlecht. Dazu ein Stück kräftiges Brot und dann und wann einen tüchtigen Zug aus dem Topf, in dem Reiskörner schwammen, — das war für Borlitz ein wirklicher Genuß.
"Prosit, Borlitz," sagte der Leutnant, "trinken Sie tüchtig, wie ein echter deutscher Mann, einen Rausch gibt es ja nicht, denn der Trank ist reine Hühnerbrühe."
Kaum war das frugale Mahl vorüber, so ertönten Trommelwirbel und Hörnersignale. Cramer sprang empor und schnallte den Säbel um.
"Sammeln," rief er aus, "jedenfalls geht es sofort los. Die gelbe Gesellschaft in Tsingtau, welche unverschämt geworden, bekommt gewiß eine Besatzung auf den Hals."
Sie eilten hinaus durch die Maulwurfsgänge des Forts ins Freie. Ein echt militärisches Bild bot sich ihren Blicken dar. Die "Deutschland" hatte alle Soldaten gelandet, die so lange hier zu bleiben hatten, bis die "Darmstadt" mit den neuen Besatzungstruppen in Kiautschau eingetroffen war.

Die Seesoldaten waren in Sektionen aufmarschiert und der Kommandant sprach mit einigen Offizieren. Cramer näherte sich zur dienstlichen Meldung und Borlitz folgte ihm, denn er wußte nicht recht, wohin er sich wenden sollte.
Der Kommandant hielt eine kleine Ansprache über die Verhältnisse im Lande. Borlitz vernahm, daß ein Truppenteil in Liuting stationiert werden sollte und Leutnant Cramer wurde ausersehen, der Kommandant dieser Station zu werden.
Es wurde nun eine ganze Anzahl Maulesel herbeigebracht und diesen das notwendige Gepäck aufgeladen. Cramer bestieg sein Pferd und dann rückte der Trupp sofort ab, Borlitz zurücklassend. Da, als die Soldaten schon bald seinen Blicken entschwunden waren, kam Kapitän Truppel auf den Kadett zu und befahl ihm, sich Leutnant Cramer anzuschließen.
"Nehmen Sie ein Maultier, Borlitz, und reiten Sie mit, ich werde dafür sorgen, daß Ihr Gepäck von der "Deutschland" in meinem Quartier untergebracht wird."
Ein lediges Maultier wurde nun gebracht, der Kadett stieg freudig auf und trabte lustig der Abteilung des Leutnant Cramer nach, die er bald erreichte und wo er herzlich begrüßt wurde, da Cramer froh war, einen so netten Gesellschafter in Liuting um sich zu haben.

"Es ist gut, daß Sie ein Maultier bekamen," sagte der Offizier zu Borlitz, "denn als Seemann sind Sie nicht an die Märsche so gewöhnt wie wir, die wir schon länger im Lande sind. Bis Liuting haben wir einen weiten Weg vor uns, den wir noch vor Einbruch der Dunkelheit zurücklegen müssen."
Der Marsch ging zuerst zwischen Höhen und kahlen Felsen hin. Der aufgeweichte Lehmboden war ungemein schwer zu passieren, denn man sank, dank der vorangegangenen Regentage, bis über die Knöchel in die zähe Masse ein. Bei trockenen Wetter ist der Boden so hart, daß man sich darauf die Füße wund läuft, in der Regenzeit aber kommt hier nur ein Chinese vorwärts.
Alsbald führte der Pfad durch lachende Täler, in denen Reis und Tee gepflanzt wurden; auch an Hirsefeldern kam man vorüber. Eine große Anzahl Chinesendörfer wurden bemerkt, die alle so dicht beieinander lagen, daß man oft auf den Gedanken verfiel, diese ganzen Lehmhüttenmassen bildeten ein einziges Dorf.
Nach einem dreistündigen, anstrengenden Marsch ließ Leutnant Cramer seine Leute rasten. Er führte sie zu diesem Zweck abseits der Landstraße nach einem kahlen Hügel und hier lagerten sich die Soldaten, die noch gestern draußen im gelben Meer mit Sturm und Wetter gerungen hatten.

Quelle: Prinz Heinrich in Kiautschau, Conr. Fischer-Sallstein, Globus Verlag, von rado Jadu 2000

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