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Prinz Heinrich in Kiautschau

Reisen zu Wasser und zu Lande des Prinz-Admiral in Indien, China, Japan (1898-1900)

Neunzehnter Abschnitt

Nach Korea. Prinz Heinrich von Preußen. Auf nach Siam. Im Reiche der weißen Elefanten.

Wieder begab sich Prinz Heinrich an Bord seines Flaggschiffes. Borlitz war inzwischen zum Offizier befördert und dem Gefolge des Prinz-Admirals zugeteilt worden; dadurch wurde er indessen nicht seiner Tätigkeit als Hofphotograph entbunden, im Gegenteil, Prinz Heinrich wünschte, daß er seine Kunst bis zum Ende der Reisen fortsetzte, da überall in der Heimat sich viel Interesse für diese Bilder zeigte.

Einige Photographien wurden in deutschen illustrierten Zeitschriften wiedergegeben und auch unsere Leser finden in diesem Buch eine Anzahl schöner Momentaufnahmen, die während der Reise entstanden und häufig die allen Deutschen so wohl bekannte und sympathische Gestalt des Prinzen Heinrich zeigen.

Die Reise ging dieses Mal nach Söul, der Hauptstadt von Korea. Der Schattenkönig von Korea, der zwischen japanischem, englischem, besonders aber russischem Einfluß machtlos hin und her schwankt, ja vor seinem eigenen Volke zitterte, machte keinen besonderen Eindruck auf den deutschen Kaisersohn, doch verließ der Prinz das Land mit der Überzeugung, daß es der Kultur bereits erschlossen und es nur eine Frage der Zeit sei, wann Korea unter europäischem Einfluß eine wichtige Rolle im überseeischen Handel spielen wird.

Lange konnte der Prinz-Admiral dort nicht verweilen, denn in Kiautschau wurde ein Besuch erwartet, der in Kürze eintreffen mußte. Oft hatte der Prinz seiner hohen Gemahlin und seiner Söhne gedacht und war daher hocherfreut, als er die Nachricht erhielt, daß Prinzessin Heinrich von Preußen auf besonderen Wunsch seines kaiserlichen Bruders, der ihn dadurch eine besondere Freude bereiten wollte, auf dem Wege nach dem fernen Osten sei. Auf deutschen Boden, in der neuen deutschen Besitzung, traf sich nach so langen Monaten der Trennung das hohe Paar und nun folgten Tages des Glückes und der Freude. Auch Borlitz wurde der mutigen Prinzessin, die eine so weite Reise nicht gescheut, vorgestellt und er hatte die Genugtuung, Worte der Anerkennung für seine Bilder zu ernten.

Die Kolonie hatte große Vorbereitungen zum Empfange der hohen Frau getroffen, ein großes Festessen fand statt, Reunions, Ausflüge ins Land und zur Jagd wurden unternommen, und das gesellschaftliche Leben fing an, sich zu entwickeln, da auch die Damen mehrerer nach China abkommandierter Offiziere die Prinzessin begleitet hatten und nun als deutsche Hausfrauen wirkten. Aber nicht lange währten die schönen Tage glücklichen Beisammenseins; Prinzessin Irene sehnte sich zurück zu ihren Kindern, während Prinz Heinrich noch zurückbleiben mußte, denn seine Mission war noch nicht erfüllt und neue Reisen nach den Häfen Ostasiens standen bevor.

In allen Plätzen ermutigte er die dort ansässigen deutschen Kaufleute zum Ausharren im Kampf mit der mächtigen englischen Konkurrenz, denn deutscher Fleiß, deutsches Streben und können müssen sich die Welt erobern. Er half durch seinen Einfluß die Küstenschiffahrt Chinas zu fördern, die nun fast ganz in deutschen Händen ist und gab den deutschen Kolonien in Ostasien manchen Wink, der ihrer Fortentwicklung dienlich sein wird.

Unter den deutschen Kolonisten in Schanghai gründete er ein Freiwilligenkorps zum Schutze deutscher Interessen und stiftete für die schnell zu einer stattlichen Stärke angewachsene Kompagnie Achselklappen, damit die Mitglieder Gelegenheit hatten, die deutschen Farben überall in der Fremde zu zeigen.

So vergingen Monate in wohltätigen Werken des Friedens. Bald hier, bald dort erschien der Prinz-Admiral und ward den deutschen Ansiedlungen ein freigebiger Helfer und Berater. Gerade das war ja seine Mission und wahrlich, er hat seine Aufgabe gründlich gelöst.

Nur noch nach einem Reiche, dem Reiche des weißen Elefanten wollte der Kaisersohn das deutsche Banner tragen. In Siam erwartete der König Tschulalongkorn, der Europa bereist und als Gast am Kaiserhof in Berlin geweilt hatte, wo er bereits den Prinzen-Admiral Heinrich kennen gelernt, mit Ungeduld den Prinz-Admiral- Die Verhältnisse zwangen diesen jedoch, jenen Besuch bis zuletzt aufzuschieben. Und nun war die Zeit für den Prinzen gekommen, sich nach Siam, der Hauptstadt von Siam, einzuschiffen.

Nach einer glücklichen Fahrt erreichte das Flaggschiff des Prinz-Admirals an einem wunderbaren Morgen die Mündung des Menam. Ein merkwürdiger Hafen, der nur an seinem Leuchtturm erkennbar ist; ein schmaler Streifen Uferland, das auch nur von der Kommandobrücke aus sichtbar wird, ringsum in der ferne blaue Höhen, so präsentiert sich dem Seefahrer das Land des weißen Elefanten. Bald zeigt sich ein Mastenwald. Es sind Dampfer und Segelschiffe, die in langgestreckter Linie am flachen Ufer vor Anker liegen.

Langsam dampft der Kreuzer diese Kette verankerter Schiffe zu, als plötzlich eine Dampfnacht mit der siamesischen Flagge sich dem deutschen Schiff näherte.

Das war die Yacht des Königs, die die Aufschrift "Ubol Bolatit" trug und die beiden siamesischen Prinzen Prisdang und Waddhana an Bord hatte. Kaum hatte das Flaggschiff Anker geworfen, so legte die Königsyacht an dem deutschen Kriegsschiffe bei und die Prinzen mit ihrem Gefolge bestiegen das Deck des Kreuzers und begrüßten mit größter Liebenswürdigkeit den Prinz-Admiral.

Prinz Prisdang ist ein wohlgebildeter Herr, der wiederholt in Europa und Deutschland war, ein tadelloses Englisch spricht und in dieser Sprache gewandt die Wünsche des Königs von Siam übermittelte, welche dahin gingen, daß Prinz Heinrich seine eigene Yacht benützen möge, um Bangkok, das 25 Meilen am Menam landeinwärts liegt, zu erreichen. Prinz Waddhana trug einen siamesischen Galarock aus reichem Goldbrokat und machte einen vorteilhaften Eindruck. Die anderen Herren trugen die kleidsame siamesische Militäruniform, bestehend aus einem weißen Waffenrock mit Achselklappen, einem plunderhofartig geschlungenen Lendentuch, dazu weiße Kniestrümpfe mit Schnallenschuhen und einen Korkhelm mit goldener Spitze.

Dankbar nahm Prinz Heinrich die Einladung an, bestieg alsbald mit seiner Suite die königliche Yacht und sofort ging es den Menam hinauf. Bald befand sich die Yacht auf dem Pya Tschau Menam (der königlichen Mutter des Wassers), ein Fluß, der in Siam die gleiche Rolle wie der Nil in Ägypten spielt. Die Ufer sind mit Bambus und Palmen eingerahmt, hinter denen sich große Reisfelder ausdehnen.

Bei der kleinen Stadt Paknam befindet sich die Zollstation und ein auf einer Insel angelegtes Fort, daß den Fluß beherrscht. Die Stadt Paknam macht einen seltsamen Eindruck. Längs des Ufers liegen große Flöße und auf diese sind Holzhäuser mit hohen Giebeln aufgebaut. Weiter hinein im flachen Sumpflande stehen diese eigentümlichen Häuser auf Pfählen, kennzeichnen sich also richtig als Pfahlbauten. Auf höher gelegenen Punkten befinden sich Steinhäuser und diese machen einen guten Eindruck.

Auch ein altes holländisches Fort, mit Schlingengewächsen überwuchert, kam in Sicht. Hin und wieder zeigten sich, mitten im üppigen Grün, einige reizende Pagode. Der Fluß war mit Warenbooten, die einen aus Matten konstruierten, tonnenartigen Aufbau hatten, mit chinesischen Djunken und zierlichen Kanoes, die von Frauen gerudert wurden, belebt.

Von Paknam aufwärts wurde der Strom immer belebter, so daß die Yacht sich förmlich durch ein Gewirr von Fahrzeugen hindurch winden mußte. Endlich zeigten sich schwimmende Häuser, dann die zahlreichen Schlote der Dampfkreisschälmühlen; große Segelschiffe waren hier und dort im Fluß verankert. Weiter den Strom hinauf lagen riesige Transportdampfer, Kanonenboote und einige größere Kriegsschiffe. Am östlichen Ufer präsentierte sich das große Zollgebäude und rechts wie links an den Flußufern traten aus dem üppigen Grün reizende Villen hervor. Schulgebäude, Tempel mit ihren glitzernden Spitzen wurden sichtbar und nun zeigten sich auch die weißen Mauern des königlichen Palastes, — Bangkok war erreicht.

Ein mit 30 Mann besetzte Galaboot näherte sich der hübschen Yacht, an deren Bord sich der Prinz-Admiral befand. Dieser stieg sofort mit seinem Gefolge in das schmucke Boot und fuhr in eine Straße schwimmender Häuser hinein, die sein lebhaftes Interesse erregte. Drei bis vier solcher Straßen zogen sich am Flußufer entlang. In diesen schwimmenden Häusern befanden sich Kaufläden, Werkstätten, Reismühlen und Lebensmittelhandlungen. Der Verkehr wurde durch kleine, nur von Frauen geführte Kanoes vermittelt.

Trotz der unendlichen Anzahl kleiner Fahrzeuge, die zwischen den schwimmenden Häusern umherruderten, wurde die Landungsstelle glatt erreicht und dort stand bereits eine grellrot ausgeschlagene Galakutsche des Königs, die den Prinzen Heinrich und die beiden siamesischen Prinzen aufnehmen sollte. Bald darauf trafen ein zweiter, ein dritter und noch weitere Wagen ein, die von scharlachroten Kutschen geleitet und von bunt uniformierten Lakaien umschwärmt waren. Nicht nur die deutsche, sondern auch die siamesische Suite, konnte sich nun per Wagen nach dem Palast des Königs begeben.

Dieses Sarahnrom genannte Palais war ein einstöckiges Gebäude, dessen Äußeres zwar dem siamesischen Geschmack angepaßt war, dessen Inneres aber eine rein europäische Einrichtung zeigte. Die der Parkseite zugekehrte Vorderfront enthielt die Prunkgemächer und diese mit allem denkbaren Luxus ausgestatteten Räume waren dem Prinz-Admiral und seinem Gefolge zugedacht; der ganze herrliche Palast mit seiner bestrickenden Umgebung war dem Prinzen Heinrich für die Dauer seines Besuches in Bangkok zur Verfügung gestellt worden. Die Residenz des Königs selbst befindet sich in der Stadt.

Borlitz, der sich unter dem Gefolge des Prinzen befand, nahm, nachdem er sich in seinem reich ausgestatteten Zimmer eingerichtet hatte, sofort seine Tätigkeit als Photograph wieder auf. Zwei siamesische Diener, recht interessante Leute in roter Kleidung, mit denen er sich indessen nur schwer verständigen konnte, waren ihm zugeteilt worden, und unter ihrer Begleitung begab er sich, während der Prinz in seinen Gemächern weilte, auf die Jagd nach guten Motiven. Zuerst machte er von dem eigenartigen, viereckigen Hof des Palais einige Aufnahmen und dann schwärmte er hinaus in die Stadt, wo er so ziemlich alles photographierte, was sein Interesse erregte: Siamesische Damen, reiche Siamesen in ihren farbenprächtigen Kostümen, und Straßenbettler, hübsche Ziegelbauten, Ansichten der merkwürdigen Wasserstraßen, weiße Elefanten, die als Heilige im Lande verehrt werden, Schiffe und landschaftliche Ansichten. Bis in die Nacht hinein arbeitete der junge Seeoffizier und bereicherte gleich am ersten Tage seine Kollektion um eine Stattliche Anzahl Aufnehmen.

Für den Nachmittag des folgenden Tages war der feierliche Empfang beim König vorgesehen. Zur festgesetzten Stunde fuhr eine Reihe prächtiger königlicher Galawagen am Palast auf. Eine Abteilung Gardereiter in scharlachroten Röcken, mit blauen Beinkleidern und weißen Helmen, mit Lanzen versehen, die weißrote Fähnchen trugen, auf schönen, heißblütigen Pferden, nahm vor dem Palais Aufstellung.

Als Prinz Heinrich mit den siamesischen Prinzen und dem ganzen Gefolge in den Wagen Platz genommen, teilte sich der Zug Gardereiter, nahm die königliche Equipage in die Mitte und fort ging es zur Residenz. Der Zug bewegte sich, von einer riesigen Menschenmenge begleitet, über eine große Brücke, erreichte dann die breite Kasernenstraße von Bangkok und fuhr eine Strecke an der weißen Mauer des königlichen Parkes entlang bis zum Hauptportal des Schlosses. Als Prinz Heinrich im Schloßhof, der eigentlich eine breite Straße bildet, ankam, stand dort eine Ehrenkompagnie Gardesoldaten mit fliegenden Fahnen, die sich vor dem Prinzen senkten, was einen feierlichen Eindruck machte. Die Fahrt ging weiter in einen zweiten Schloßhof hinein, und hier war abermals eine Abteilung Soldaten aufmarschiert, hinter der eine Musikkapelle Aufstellung genommen. Wieder senkten sich die Fahnen und nun stimmte das Musikkorps die deutsche Nationalhymne.

Das war eine angenehme Überraschung für den Kaisersohn. Von der imponierenden Freitreppe hielt der Wagen des Prinz-Admirals, dieser verließ ihn schnell und wurde am Fuße der weißen Treppe vom Oberzeremonienmeister, dem Prinzen Praschak Silpakom, einem Bruder de regierenden Königs, empfangen und ins Vestibül, von dort in den Audienzsaal geleitet.

In diesem ganz europäisch ausgestatteten, prächtigen Saal befand sich bereits der König, der Kronprinz, die Königin, sowie die Prinzen ersten Ranges. König Tschulalongkorn, oder wie der offizielle Titel lautet: Sombet Pra Paramindr Maha Tschulalongkorn ist ein hübscher Mann von mittlerer Größe; man wäre geneigt, ihn für einen Süditaliener zu halten. In seinem Auftreten zeigt er große Eleganz mit königlicher Würde, und seine überaus kleidsame Uniform macht ihn besonders sympathisch.

Alles Hofzeremoniell beiseite setzend, ging der König dem Prinzen Heinrich mit ausgestreckter Hand entgegen und begrüßte ihn in englischer Sprache. Der König von Siam darf einen fremden Fürsten, und wenn dies auch der mächtigste wäre, nie anders als in der Landessprache anreden, so verlangte es die strenge Hofetikette, aber in diesem Falle setzte sich der Monarch über alle Vorschriften hinweg.

Nach der herzlichen Begrüßung, bei der sich der König erkundigte, was das schöne Berlin, besonders aber Seine Majestät der Kaiser und Ihre Majestät die Kaiserin machten, wurden zuerst die beiden Söhne des Herrschers vorgestellt.
Der Kronprinz Mahawadji Runit ist eine interessante Erscheinung und etwa 14 Jahre alt. Die etwas kleine, schlanke Gestalt mit den lebhaften, klugen Augen machte einen vorzüglichen Eindruck auf den Prinz-Admiral. Der zukünftige Herrscher trug eine weiße Uniform mit einem Ordensband geschmückt, und um den Haarknoten auf dem Kopfe war ein lieblicher Blumenkranz geschlungen, Das frauenartig frisierte Haar war außerdem noch mit blitzenden Brillantnadeln geschmückt und über den Kniestrümpfen trug der Kronprinz goldene, mit kostbaren Edelsteinen besetzte Fußspangen.

Der zweite Prinz, ein allerliebster Knabe, war ähnlich gekleidet und so zutraulich zu dem Prinzen Heinrich, daß er diesem, ebenso wie der König, die kleine Hand reichte. Nun erst wurde der Prinz-Admiral Ihrer Majestät der Königin Sawang Waddhana vorgestellt. Sie ist eine hübsche Dame von ungefähr 30 Jahren, von lichter, zarter Hautfarbe und schlankem Wuchs. Das dunkle Haar ist üppig, aber kurz gehalten, die Augen ausdrucksvoll und tief schwarz. In ihrem ganzen Benehmen verbindet sie eine mädchenhafte Zurückhaltung mit königlichem Selbstbewußtsein.

Die eigenartige Kleidung der Königin bestand aus einer Bluse mit engen Ärmeln aus Goldbrokat, die von einem mit Diamanten übersäten Gürtel zusammengehalten wurde. Dazu kam noch der lendenschurzartige Panung, ebenfalls aus feinstem Goldbrokat, Kniestrümpfe mit goldenen Fußspangen, Schnallenschuhe mit Diamanten besetzt, nebst einem Ordensstern auf der Brust. Aus ihrem weichen dunklen Haar leuchteten große Diamanten, und wo es an dem glänzenden Kleide nur immer möglich war, befanden sich Rubinen und andere Edelsteine.

Prinz Heinrich richtete einige freundliche Worte an die Königin, übermittelte ihr die Grüße vom deutschen Kaiserhause und der König selbst machte hierbei den Dolmetsch.

Nun, nachdem auch das Gefolge des Prinz-Admiral, sowie die Großen des Hofes von Siam vorgestellt waren, ging es zur Galatafel, wobei Prinz Heinrich der Königin galant den Arm reichte. Bei dem lukullischen Mahle wurde der deutsche Prinz angenehm überrascht, denn auf dem kostbaren Gold- und Silbergeschirr wurden ausschließlich deutsche und französische Gerichte aufgetragen. Bei der Tafel spielte die siamesische Musikkapelle deutsche und englische Weisen mit einer Fertigkeit, die die europäischen Gäste nicht genug bewundern konnten.

Bis spät in die Nacht hinein währte die Festlichkeit und dann zog sich Prinz Heinrich, abermals unter militärischer Begleitung in das ihm zur Verfügung gestellte königliche Palais zurück.

Am folgenden Tage machte der König seinen Gegenbesuch und zeigte bei dieser Gelegenheit seinem Gast die hervorragendsten Sehenswürdigkeiten von Bangkok. Borlitz, der auf allen Ausfahrten den Prinzen Heinrich begleitete, interessierte sich besonders für die weißen Elefanten, die früher wie Götter verehrt wurden, aber heute nur noch als glücksbringende Wesen betrachtet und hochgeschätzt werden.

Siam selbst ist ein Reich, dessen Größe Deutschland noch übertreffen dürfte, aber trotzdem nur eine Einwohnerzahl von etwa 12 Millionen besitzt. Die Siamesen sind mongolischer Abstammung, haben sich aber stark mit dem malaiischen und indischen Element vermischt. Sie sind von weicher und zarter Natur, was wohl auf ihren, mit brahmanischen Lehren durchsetzten Buddhismus zurückzuführen ist. Das tropische Klima, im Verein mit dem überaus reichen Boden, der kaum einen wirklichen Kampf ums Dasein aufkommen läßt, haben dieses Volk träge gemacht.

Die deutsche Flagge wehte längere Zeit, als eigentlich beabsichtigt war, in Siam. Prinz Heinrich hatte durch die großen Aufmerksamkeiten des Hofes Gelegenheit gefunden, das interessante Land nach allen Seiten zu durchstreifen und tatsächlich die Gründung einer deutschen Kolonie von Kaufleuten angebahnt, denn in dieses träumende Land muß deutscher Geist dringen, um Handel und Wandel, Licht und Aufklärung hinein zu tragen. Jedenfalls gehörten die Tage von Siam zu den unvergeßlichsten während der ganzen Reise des Prinz-Admirals.

 

Quelle: Prinz Heinrich in Kiautschau, Conr. Fischer-Sallstein, Globus Verlag, von rado jadu 2000

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