Zwei Jäger, die schon seit Lebzeiten Freunde waren, gingen eines Tages zusammen in den Wald mit dem schon vor langer Zeit geplanten Entschluß, endlich einmal die Fährte des großen Bären, der im Wald lebte, zu verfolgen. Sie packten Brote und Obst in ihre Rucksäcke, weil sie ja nicht voraussehen konnten, wie lange sie auf der Suche nach dem Bären sein würden. Außerdem war der Wald sehr groß, und einen Wandertag brauchten sie schon allein, um in das Bärenrevier zu kommen. So machten sie sich eines Morgens
in aller Frühe auf und pirschten nun durch das Dickicht und Gestrüpp
des Waldes. Sie waren gerade einen halben Tag gewandert, als sie dem großen
Bären ganz unerwartet direkt gegenüber standen. So ließ
er sich zu Boden fallen und tat so, als ob er tot sei. Der große
Bär kam näher, steckte seinen Kopf vor und beschnüffelte
mit seiner Schnauze das Gesicht des Jägers. Dieser hielt den Atem
an und lag stocksteif da. Bald wandte sich der Bär wieder ab und
tappte langsam davon. Reinhild Schlautmann (Berlin) |
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