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Dumas

Der französische Schriftsteller Alexandre Davy de la Pailletterie Dumas (genannt père) wurde im Zeitalter der Napoleonischen Kriege, am 24.07.1802 in Villers-Cotterêts, Departement Aisne, geboren. Seit 1823 in Paris war er zunächst Schreiber des Herzogs von Orléans und führte sich ab 1825 mit den Romanen 'La chasse et l'amour', 'La noce et l'enterrement', 'Henri III et sa cour' und 'Napoleon Bonaparte', dem viele historische Prosadramen folgten, als der erste äußerst erfolgreiche romantische Dramatiker ein.

Seinen größten Erfolg hatte er mit der Veröffentlichung einer über 300 Bände umfassenden Reihe von historischen Abenteuerromanen in der Manier von Walter Scott, die in Zusammenarbeit mit Auguste Maquet entstanden sind. Charakteristisch, die turbulente Art der Darstellung, voller Unwahrscheinlich-keiten, die lebendig geschrieben, den Spannungsbogen lange aufrecht erhält. Als Romanfeuilleton, fanden die Geschichten einen riesigen Leserkreis, deren Geschmack mit den kraftvollen Helden und den bunten Episoden in der Erzählweise voll getroffen wurde. Hauptwerke waren die Mantel und Degenstücke: 'Die Drei Musketiere' (in 8 Bänden), 'Der Graf von Monte-Christo' (18 Bände) 'Das Halsband der Königin' (11 Bände) u.a., die in viele Sprachen übersetzt wurden und auch heute noch als beliebte Jugend- und Volkslektüre gelten.

Seine Bühnenstücke mit der "Darstellung widersprüchlicher Charaktere, in denen sich Leidenschaft, Misanthropie und Gesellschaftshaß mischten" gaben der Entwicklung des modernen Schauspiels entscheidende Impulse.

Dumas hat sich 1845 gegen Vorwürfe erwehren müssen, zahlreiche anonyme Mitarbeiter als Lohnschreiber beschäftigt zu haben. Eugène de Mirecourt warf ihm im Parlament vor, eine 'Romanfabrik' (Fabrique de romans maison Alexandre D. et compagnie) zu unterhalten. Dumas blieb dabei - was nicht der Wahrheit entsprach - außer dem Historiker Auguste Macquet keine Lohnschreiber engagiert zu haben.

Obwohl er mit seinen Büchern rasch ein riesiges Vermögen erwarb, brachte er es genauso schnell wieder durch, so daß er 1851 vor Gläubigern nach Brüssel fliehen mußte, wo seine 22-bändige Autobiographie - Mes mémoires - entstand. 1860 nahm er an dem von Frankreich unterstützten Befreiungskampf Italiens gegen Österreich und den Kirchenstaat teil. Er starb, fast in Vergessenheit geraten am 5. Dezember 1870 in Puy bei Dieppe.

Seinen unehelichen Sohn, Alexandre Dumas (genannt fils), ein noch heute überaus aktueller Schriftsteller, der 1824 geboren wurde, ließ der père sorgfältig erziehen und führte ihn in die literarischen Kreise ein. Der Sohn entwickelte sich zu einem sozialkritischen Autor, der im Gegensatz zum Vater im Roman und im Drama die gesellschaftliche Ungleichheit anprangerte und sich für moralisch und gesellschaftlich Verfemte, wie die unverheiratete Mutter, das uneheliche Kind sowie die Frau, deren Emanzipation verhindert wird.

Es liegt auf der Hand, daß er damit seine eigene Situation aufarbeitete, und sich von seinem Vater emanzipierte, der offensichtlich noch weitgehend den alten gesellschaftlichen Strukturen verhaftet war. International bekannt wurde 'fils' durch den Roman, 'Die Kameliendame' 1848, den er 1852 dramatisierte. Seitdem er sich ganz dem Theater zuwandte, gilt er als der Schöpfer des modernen Gesellschaftsdramas, in dem er in dramatisch meisterhaft konstruierten Thesenstücken soziale Vorurteile und die Vergötterung des Geldes anprangerte. Er wurde 1874 Mitglied der Academie Francaise und starb am 28. Juli 1824 in Marly bei Paris.

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wurde auf den Anmerkungsapparat verzichtet. Literatur beim Autor.
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Dumas

Der Graf von Monte Christo

 

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