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Die Legende von Robin Hood

Robin Hood

Robin Hoods Jagd

Auf seiner Rückreise zum Sherwoodwald vollbrachte Robin Hood in Yorkshire eine sehr seltsame Tat. Ich kann nicht sagen, ob er von Wein oder Wut erfüllt war, doch gewiß ist, daß es eine der schlechtesten war, die er jemals tat. Das kam zu des Königs Ohren, und dieser schwor, solche Tat sollte ihm nicht ungestraft hingehen. Und weil sich die Sheriffs bisher immer beschwert hatten, daß sie ihn nicht zu fangen vermochten, entschloß sich der König selbst, auf seine Verfolgung auszureiten. Als er daher mit königlichem Gefolge nach Nottingham kam, begab sich das ganze Land auf seine Seite.

Robin Hood, der dies erfuhr, floh, auf den Rat Klein Johns, vom Sherwoodwald nach Yorkshire, und nur Klein John war bei ihm, sein Vetter Gamwel, William Scarlock und zwei oder drei andere. Auf die Nachricht, daß er nach Yorkshire geflohen, folgte ihm der König so eilig als er konnte, und überall wurden Steckbriefe und Ausrufungen angeordnet, ihn zu ergreifen. Als Robin Hood davon Kenntnis erhielt, floh er von Yorkshire nach Newcastle und von da nach Berwick. Dort war er nicht lange, als ihm schon gesagt wurde, daß der König ihm hierher folge; da sah er sich nach Carlisle zu fliehen genötigt, wo aber Klein John bekannt war, so daß auch dort seines Bleibens nicht lange war; und so reiste er nach Lancastle, von dort nach ehester, und als er auch hier entdeckt zu werden große Gefahr lief, hielt er für den einzigen Ausweg, nach London zu reiten.

Als er hier Zutritt zur Königin erlangt hatte, erzählte er ihr, daß er erfahren habe, wie der König mit ihm sprechen wolle, und er sei deshalb hergekommen, um zu erfahren, was seine Majestät von ihm begehre. Die Königin sagte, sie wolle für ihn tun, was in ihrer Macht stünde, und der König habe ihr bei seiner Abreise gesagt, wie er einen Zug unternehme, um ihn aufzusuchen. Nachdem er so ein Geschäft bei Hofe beendet, kam einige Tage nachher der König ihm nach, und erfuhr von der Königin, daß Robin Hood auf die Nachricht, daß seine Majestät mit ihm sprechen wolle, hiergewesen sei, um mit ihm zu reden. „Er ist ein pfiffiger Schelm", sagte der König. Da fiel die Königin auf ihre Knie nieder und bat ihn, daß er ihr, zum Willkommen, doch dieses einzige Mal noch das Leben des armen Vogelfreien geben möchte. Der König willigte ein, und nun entließ Robin Hood alle seine bösen Gesellen, ergab sich selbst einer rechtlichen Lebensweise, machte ein stattliches Haus, und erwarb sich im ganzen Lande die Liebe der Reichen und die Gebete der Armen.

Quelle: Volkssagen des Abendlandes, Prisma Verlag, Wiener Verlag 1978, von rado jadu 2003

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